Amazon Buchrezension

03.08.2004

Das ausgeblendete Thema

Organisationsaufstellungen sind "in" heutzutage: Wer etwas darstellen will, stellt zunächst einmal auf. Kristine Erb macht es zum Glück genau umgekehrt. Sie stellt erst einmal dar, was System-Aufstellungen im Berufskontext bezwecken und geht erst dann mit gut durchdachten Beschreibungen bis hin zum Aufstellen.

Sehr praxisbezogen macht sie das: Fragen wie die Wahrnehmung des Aufstellungsfeldes, der Umgang mit Widerständen und, für Anwender besonders wichtig, wie nahe man eigentlich einer Lösung kommen kann - all das wird klar, sachlich, frei von unnötigem Beiwerk und kurz gefasst zur Sprache gebracht und, soweit überhaupt möglich, beantwortet.


Es folgen im gleichen, wohltuend einfachen und unprätentiösen Stil die notwendigen Schritte der Prozessarbeit (Stellungsarbeit, verbale Interaktion und non-verbale Komponenten), die klassischen Techniken und schließlich eine einfache Diskussion immer wieder hochkommender Fragen, etwa wie Aufstellungen eigentlich wirken, wie die Informationsübertragung an Repräsentanten funktioniert oder auch wie schnell die erreichten Lösungen ihre Wirkungen entfalten.

Die wichtigsten Aufstellungsformen werden mit ihren Anwendungsbereichen aufgezählt und, beschränkt auf das Wesentliche, erläutert. Kristine Erb gelingt es auf dieses Wesentliche so einzugehen, dass der Leser das gute Gefühl mitnimmt, verstanden zu haben, worum es geht und worauf es ankommt.
Und so macht sich die Autorin im letzten Kapitel ihres Buches nach dieser Darstellung des Rüstzeugs schließlich ans Aufstellen - vorgezeigt an Beispielen von Aufstellungsarbeit im beruflichen Kontext. Sehr gute Beispiele hat sie ausgesucht - Work-Life-Balance, Entscheidungsfindung, bis hin zur geklauten Produktidee und einem eigenen kleinen Abschnitt, der Existenzgründern mit allen ihren typischen Sorgen gewidmet ist. An dieser Auswahl alleine zeigt sie ihre Erfahrung und ihren Durchblick - sie weiß einfach, welche Themen interessieren.
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Dr. L. FALTIN