Bei einer Unternehmensübergabe wirken Familie, Firmengeschichte und Loyalitäten mit, auch wenn niemand darüber spricht. Organisationsaufstellungen zeigen, was im Hintergrund trägt oder blockiert. So lässt sich die Übergabe vorbereiten, bevor aus offenen Fragen Konflikte entstehen.
Klarheit schaffen, bevor die Weichen gestellt werden
Eine Unternehmensübergabe ist mehr als ein betriebswirtschaftlicher Vorgang. Es geht um das Lebenswerk des Gründers und um den Menschen, der es weiterführen soll, den Nachfolger. Es geht um die Loyalität langjähriger Mitarbeiter und um die Erwartungen der Familie, die oft unausgesprochen bleiben. Verträge, Bewertungen und Steuern lassen sich regeln. Wenn diese Themen jedoch im Hintergrund bleiben, geraten Übergaben ins Stocken oder scheitern an Konflikten, die niemand rechtzeitig angeht.
Hier setzt die Aufstellungsarbeit an. In einer Organisationsaufstellung werden Übergeber, Nachfolger, Familie, Mitarbeiter und das Unternehmen selbst durch Stellvertreter im Raum dargestellt. Beim Aufstellen wird sichtbar, wie die Beteiligten zueinander stehen: wer noch nicht loslassen kann, wo der Nachfolger seinen Platz erst finden muss, welche Verstrickungen aus der Firmengeschichte oder der Familie noch wirken. Das Bild im Raum macht deutlich, was Gespräche oft nicht erreichen.
So lässt sich eine Übergabe gut vorbereiten, ehe sie formal vollzogen wird. Man kann vorab aufräumen, statt die Scherben später zu sortieren.
Übergeber gewinnen Klarheit darüber, wann und wie sie loslassen wollen. Nachfolger finden einen guten Zugang zu ihrer Aufgabe, mit Respekt vor dem, was war, und mit eigener Handschrift. Berater, die Übergaben begleiten, erleben, wie sich Fragen klären, die auf Sachebene nicht zu lösen sind.
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Kristine Alex, VA 2027