management & training

01.04.2000

Systemische Aufstellungen in Organisationen


Die Methode, die aus der Familientherapie stammt, wird nun  auch auf innerbetriebliche Fragestellungen übertragen.


Kristine Alex (geb. Erb) bietet Aufstellungen für Unternehmen als Ergänzung zu klassischen Trainings- und prozessbegleitenden Methoden an.

Systemische Aufstellungen in Organisationen


Jeder Berater kennt folgende Situationen: Das Klima in einem Unternehmen ist negativ und zieht eine hohe Mitarbeiterfluktuation nach sich - wodurch die Arbeitsqualität auf Dauer extrem leidet. Oder: Ein Chef kränkt seine Mitarbeiter und fordert so unbewusst einen starken Widerstand heraus - ebenfalls sinkt das Leistungspotenzial und die Motivation der Mitarbeiter.

Wie transportiere ich in diesen Fällen eine unmissverständliche Botschaft beziehungsweise Erkenntnis, ohne dass sie missverstanden wird und leite gleichzeitig Wandlungsschritte ein?

Hier bietet sich die Methode systemischer Aufstellungen an. Sowohl in der Einzelarbeit als auch in Gruppen vermittelt sie auf achtsame Weise in kurzer Zeit vielfältige Erkenntnisse und offeriert Änderungsmöglichkeiten. Sehr lebendig wird ein Zugang zu neuen Dimensionen von Zusammenhängen geschaffen. Und auf phänomenologische Weise zu dem was Systeme verbindet und Zusammenhalt ermöglicht.

Oft spielen gegenseitige Achtung und Würdigung eine große Rolle. Werden Rangfolge, Zugehörigkeit, der Ausgleich von Geben und Nehmen beachtet und erhält jeder seinen angemessenen Platz, profitiert das ganze System.

Einige Beispiele:

Dem neuen Abteilungsleiter, der kurzfristig einen umfangreichen Aufgabenbereich übernommen hat, und sehr viel umkrempeln möchte, gelingt es nicht, die Füße auf den Boden zu bekommen. Seine Pläne werden nicht akzeptiert und die Umsetzung geht nur schleppend voran.

Eine Aufstellung zeigt, dass er seinen Vorgänger sehr stark ablehnt und alles ganz anders machen möchte. Ein Lösungsansatz ist für ihn, zu würdigen, was sein Vorgänger geschaffen hat, und ihn, der vor ihm die Position inne hatte, zu akzeptieren. Aus dieser Haltung heraus gelingt es ihm, seine Konzepte einzuführen und seinen Platz im Unternehmen einzunehmen.

Nach einiger Prozessarbeit waren beide jedoch so weit, den besonderen Einsatz des Kollegen zu würdigen und sich dafür zu bedanken. Dies ermöglichte ihnen ihren Platz im Team wieder einzunehmen und ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Herr Werner berichtete vier Wochen später, dass die Vorstandssitzung erstaunlich glatt verlief und konstruktiv Ansätze erarbeitet worden sind.

Frau Mira Czutka, Vertriebsleiterin Großkunden von W.L. Gore & Associates GmbH berichtet begeistert von ihren Erfahrungen mit dem Aufstellen einer Kundenkonstellation: "Seit Jahren arbeiten wir daran, innerhalb unseres Projektgeschäftes mit einem Großkunden erneut Umsatzvolumina zu erzielen. Trotz verschiedener Ansätze waren wir an einem Punkt angelangt, an dem wir nicht mehr wussten, was die Geschäftsbeziehung hemmt oder was sie fordert. An diesem Punkt angelangt stellten wir auf. Während der Aufstellung wurden mir Schwachstellen im Kundenbezugssystem klarer. Ich konnte die Position unseres Wettbewerbers sehr viel deutlicher wahrnehmen und erkannte, was es benötigte um für den Kunden attraktiver zu werden. Uns hat die Aufstellung geholfen, für eine festgefahrene Kundensituation neue Optionen und Möglichkeiten zu generieren."