Systemische Aufstellungspraxis 04

16.06.2004

Die Ordnungen des Erfolgs

Auch schon etwas älter ist diese Einführung in das Organisationsaufstellen (aus dem Jahr 2001) und doch lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. Der Vorteil dieses über 200 Seiten starken Bandes liegt in seiner Einfachheit und umfassenden Darstellung eines komplexen Themas. Berater, Therapeuten sowie alle, die die Methode lernen möchten, bekommen einen verständlichen Überblick über die verschiedenen Formen von Organisationsaufstellungen, aber auch diejenigen, die sich für die Dynamik und Konfliktsituationen in Ihrem Unternehmen interessieren.

Außerdem - und das ist neu an Büchern über Organisationsaufstellungen erhalten Unternehmensgründerinnen Ideen, wie sie mit Hindernissen umgehen und ihre Ziele erfolgreich platzieren können. Kristine Alex beginnt damit, dass sie zunächst die Methode der Aufstellungsarbeit in den beruflichen Kontext stellt und dessen Besonderheiten darstellt. Eine gute Liste mit beruflichen Problemfeldern zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten der beruflichen Aufstellungsarbeit sind.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Buch seine Übersichtlichkeit nicht zuletzt aufgrund der guten grafischen Gestaltung und dem Abwechslungsreichtum von Texten, Grafiken, Bildern und Listen erhält. Viel Platz widmet die Autorin auch der Erläuterung der Aufstellungsarbeit an sich, so dass auch völlige Laien schnell in der Lage sind, sich in dieses Thema einzulesen und auch schwierige Zusammenhänge wie "Systemebenenwechsel" oder "die kataleptische Hand" zu verstehen. Ebenso werden verschiedene Aufstellungsformen wie die "Glaubenspolaritätenaufstellung" und "das (negierte) Tetralemma" behandelt, wobei diese Themen sicherlich durch eine eigenes weiteres Studium vertieft werden sollten. 

Wie immer in Büchern zur Aufstellungsarbeit ist der praktische Nachvollzug von durchgeführten Aufstellungen anhand von textlichen Schilderungen sowie grafischer Darstellung der Veränderungsprozesse ein höchst spannender Teil. Auch hier gilt, dass die erläuternden Kommentare von Kristine Alex am Ende jeder Aufstellungsschilderung für ein gutes Verständnis der durchgeführten Prozessarbeit sorgen und keine Fragen dazu offen lassen.

Hier wird immer wieder deutlich, dass phänomenologische Arbeit bedeutet, keinen Plan zu schmieden, sondern sich von dem überraschen zu lassen, was während der Arbeit auftaucht und, was hilft. Sicherlich nicht einfach für "gestandene Wirtschaftler und Unternehmer" aber hier hilft dieses Buch wirklich weiter!

Peter Jaruschewski